Der Laser-Blindenstock
Entwicklungsziele
Beim Entwickeln der elektronischen Mobilitätshilfe stellten sich die Mitarbeiter von Vistac folgende Ziele vor Augen:
- Die elektronische Zusatzeinrichtung soll vor Hindernissen im Kopf und Brustbereich warnen.
- Das Gerät soll in den Griff eines herkömmlichen Langstocks passen ohne dessen Handhabung zu beeinträchtigen.
- Wer das Gerät benutzt, soll nicht zusätzlich mit zu vielen und überflüssigen Signalen belastet werden.
- Darum warnt das Gerät nur vor Hindernissen, die sich im unmittelbaren Gefahrenbereich befinden und auch mit dem Langstock abgetastet werden können.
- Das Gerät soll Hindernisse möglichst genau orten.
- Die Warnung soll taktil, also über den Tastsinn, erfolgen.
- Die Warnsignale sollen einfach und eindeutig interpretierbar sein.
Beschreibung des Laser - Langstocks
Der elektronische Zusatz ist im Griff des Langstockes untergebracht.
Im unteren Teil des Griffes befinden sich Laser-Sender und -Empfänger.
Der Griff schliesst sich um den Langstock, in dessen oberen Rohrteil sich die Akkus zur Energieversorgung befinden.
Im oberen, von der Hand umfassten Griffteil sitzt der Vibrationssignalgeber.
Asymmetrisch geformt, kann der Griff so ausgerichtet werden, dass der Laserstrahl über dem Stock ausgesendet wird.
Die Ausrichtung des Stockes wird durch Neigungssensoren kontrolliert.
Der Laserstrahl wird vertikal um ca. 30 bis 40 Grad aufgeweitet und horizontal auf ca. 1 mm gebündelt.
Wie ein Fächer, der in einem 90-Grad-Winkel nach vorne ausgerichtet ist und sich Senkrecht oberhalb des Stockes befindet.
Damit bekommt der Langstock quasi eine zweite, imaginäre Dimension, als ob man den Stock direkt nach oben führen würde.
Die Reichweite des Strahles liegt bei ca. 1,4 m und entspricht damit dem Radius eines Stockes.
Der Strahl erfasst aber nur Hindernisse, die sich genau oberhalb des Stockes im Kopf- und Brustbereich des Sehbehinderten befinden.
Wird das von einem Hindernis reflektierte Licht gemessen, beginnt der Signalgeber zu vibrieren. Ohne Unterbrechung solange reflektiertes Licht empfangen wird - also solange sich ein Hindernis über dem Stock im Kopf- und Brustbereich befindet.
Dabei wird eine Ja-Nein-Information übermittelt: Sobald der Signalgeber vibriert, muss der Benutzer reagieren, weil sich ein Hindernis in seiner Stockreichweite befindet.
Da der Laserfächer sehr schmal und am oberen Ende des Stockes angebracht ist, lassen sich Hindernisse sehr genau lokalisieren.
Für einen sinnvollen Einsatz muss der Griff so ausgerichtet werden, dass sich der Laserfächer senkrecht über dem Stock befindet.
Diese Ausrichtung wird durch die deutlich fühlbare asymmetrische Form des Griffes unterstützt.
Auf Wunsch wird die korrekte Ausrichtung darüber hinaus ständig elektronisch überwacht.
Neigt man dann den Griff seitlich, vibriert das Gerät mit Unterbrechungen, aber erst nach einer kurzen Verzögerungszeit.
Wird innerhalb dieser Zeit ein Hindernis erfasst, folgt die Hinderniswarnung.
Entwicklungsstand
Die ersten Geräte wurden Mitte August 2002 fertiggestellt.
Wo kann ich den Laser - Langstock testen?
Damit Interessenten sich von den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten überzeugen können, liegt ein Exemplar bei folgenden Einrichtungen zur Ansicht bereit:
IRIS (Hamburg)
Blista (Blindenstudienanstalt Marburg)
Sollte Interesse bestehen, so kann der Laser-Langstock dort eventuell ausprobiert werden.
Setzen Sie sich mit der Vistac GmbH oder den angegebenen Stellen in Verbindung.
Mehr Informationen bei Vistac
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