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Paddy - Der kleine aber feine Begleiter durch den Tag

Paddy im Gespräch mit Butzicity

Butzicity:
Was ist Paddy?
Paddy:
Ich bin ein elektronisches Notitzgerät für Blinde. Ich habe die Größe eines Brillenetuis.

Butzicity:
Wie sieht Paddy aus?
Paddy:
Naja, ich bin eben rechteckig. Vorne bin ich aber abgerundet. An dieser Seite befinden sich in der Mitte zwei rechteckige Daumentasten, von denen die rechte die Leertaste und die linke für Menüs ist. Rechts und links von diesen beiden länglichen Tasten befinden sich noch zwei kleine runde Knöpfe, die in einer Vertiefung sind. Hinter diesen vier Bedienungselementen befinden sich die acht Punktschrifttasten zum schreiben.

Butzicity:
Acht Tasten, heisst das, dass der Benutzer nicht Punktschrift schreiben kann?
Paddy:
Nein, überhaupt nicht. Der Benutzer kann sich aussuchen, ob er in der sog. 6-Punkte-Braille- oder der 8-Punkte-Brailleschrift (also Computerbraille) schreiben möchte. Dies kann er mittels eines Befehls definieren und ich behalte diese Einstellung bei.

Butzicity:
Ja, leider können unsere Besucher Deine äußerst sympatische weibliche Stimme mit dem netten österreichischen Akzent nicht hören. Da liegt nun die Frage nahe, ob denn das nicht die Umwelt stört, wenn Du ständig redest.
Paddy:
Nein. Das stört überhaupt nicht. Erstens kann der Benutzer meine Lautstärke ganz individuell auf seine Bedürfnisse einstellen, und zweitens habe ich uch einen Kopfhöreranschluss, an dem ein Ohrhörer angeschlossen werden kann. Wem die Stimme so nicht gefällt, der kann meine Stimme auch regulieren, da meine Geschwindigkeit, meine Tonhöhe und meine Satzmelodie individuell einstellbar sind.

Butzicity:
Was kann Paddy?
Paddy:
Ich kann, da ich auch sehr einfach zu bedienen bin, vomBlinden sehr vielseitig eingesetzt werden. Ich habe eine Uhr, sodass ich jederzeit, selbst im ausgeschalteten Zustand nach der Uhrzeit gefragt werden kann. Das gleiche gilt für meine Datumsansage, die auch im abgeschalteten Zustand, genau wie die Uhrzeit durch einfachen Knopfdruck, abgefragt werden kann. Das schöne an dieser Ansage ist, wenn ich einen Termineintrag in meinem integrierten Terminkalender, hierzu möchte ich später noch was sagen, finde, dann gebe ich mit der Datumsansage einen Signalton von mir, sodass der Blinde weiss, dass er einen Termin hat und diesen kann er dann gleich, wenn er mich einschaltet, im Kalender abfragen. Ja, dann kann ich auch noch meinen Akkustand mitteilen, dies ist auch im ausgeschalteten Zustand möglich.
So, nachdem ich nun die Möglichkeiten, die der Benutzer mit dem rechten Knopf ausführen kann, geschildert habe, möchte ich nun auch auf die jenigen eingehen, die vom linken Knopf ausgeführt werden können.
Zunächst kann ich, nach einem Druck auf den linken Knopf, die Temperatur angeben. Bei nochmaligem Druck gebe ich den Luftdruck an. Betätigt der Benutzer die linke Taste nochmals, so gebe ich ihm über die Höhe, denn ich habe auch einen Höhenmesser, Auskunft.

Butzicity:
Da vereinigst Du ja ganz schön viele Einsatzmöglichkeiten?
Paddy:
Ja, ganz so ist das nicht. Die beiden letzten Möglichkeiten, also das Barometer und der Höhenmesser, sind Optionen, die nicht in jeder Ausführung von mir enthalten sind. Der Benutzer kann mich, wenn er das möchte, auch ohne diese beiden letzten Optionen erhalten.

Butzicity:
Ja, aber wenn Du über die beiden letzten Optionen verfügst ist das doch ganz interessant für Wanderer?
Paddy:
Ja, das ist richtig. Aber was für die Wanderer noch viel interessanter ist, ist mein integrierter Kompass. Ich verfüge serienmässig über einen Kompass, der mit einem zusätzlichen GPS-Empfänger kombiniert werden kann.

Butzicity:
Gut, jetzt haben wir über die Wanderer gesprochen, aber was ist mit denen, die nicht wandern können. Ich denke da an die vielen, die arbeiten müssen?
Paddy:
Ja, das ist kein Problem für mich. Der Anwender kann mich auch in der Arbeit vielseitig einsetzen. Ich verfüge auch über vielfältige Möglichkeiten der Textverarbeitung. Der Benutzer kann Texte eingeben, formatieren, lesen, um hier nur einige zu nennen. Was auch noch, und dies gilt vor allem, wenn der Benutzer längere Zeit unterwegs ist, ganz interessant ist, ist die Tatsache, dass ich in der Lage bin, dem Benutzer Bücher vorzulesen.

Butzicity:
Bücher, wie kommst Du denn zu den Büchern?
Paddy:
Ganz einfach. Heute verlangen ja alle Arbeitgeber von ihren Arbeitnehmern, dass sie teamfähig sind. Ich bin teamfähig. Ich kann nämlich u. a. mit dem PC kommunizieren, sodass ein Datenaustausch in beide Richtungen, also von mir auf den PC, und vom PC zu mir, möglich ist. Ich verfüge nämlich über eine entsprechende serielle Schnittstelle. Über diese ist es auch möglich, mich an bestimmte Typen von Braille-Zeilen anzuschließen.

Butzicity:
Paddy, Du hast ja auch einen Taschenrechner?
Paddy:
Ja, ich habe einen wissenschaftlichen Taschenrechner, mit dem sich alle Funktionen, nicht nur die einfachen Grundrechenarten, ausführen lassen.

Butzicity:
Du hast vorhin den eingebauten Terminkalender angesprochen, kann der denn auch dem Benutzer den Termin mitteilen?
Paddy:
Er kann. Über ein spezielles Menü gibt der Benutzer seine Termine ein. Wahlweise kann er auch einen Terminalarm setzen. Wenn er diesen setzt, erinnere ich ihn, wenn der Termin stattfindet daran, indem ich einen Signalton von mir gebe. Bei Betätigung des rechten Knopfes teile ich ihm diesen dann mit.

Butzicity:
Ähnlich funktioniert ja auch Dein integrierter Wecker?
Paddy:
Ja. Ich verfüge über zwei Weckerfunktionen: Den Wochentagswecker, hier können die Weckzeiten für jeden Tag individuell und unterschiedlich eingestellt werden, und über einen Normalwecker, der weckt jeden Tag um die gleiche Zeit.

Butzicity:
Ja, wenn ich da richtig informiert bin, weisst Du ja auch die Adressen Deines Benutzers?
Paddy:
Schon, wenn er mir sie verrät. Dann kann ich ihm sogar, wenn er den Cursor auf die Telefonnummer eines Freundes setzt, diesen nach Eingabe des entsprechenden Befehles, anwählen.

Butzicity:
Du hast aber gar kein Telefon eingebaut, oder?
Paddy:
Nein, ein integriertes Telefon hab ich natürlich leider nicht, sonst wäre ich größer. Ich kann aber, wenn ich an den Telefonhörer gehalten werde, die Nummer an das Telefon weitergeben, sodass diese dann vom Telefon gewählt werden kann.

Butzicity:
Noch eine Frage. Wie ist denn das... Entschuldige! Mein Handy hat gerade zweimal gepiepst. Ich hab eine Kurzmitteilung bekommen. Das kann ja Deinem Benutzer nicht passieren, dass er durch diese Angewohnheiten gestört wird?
Paddy:
Hmm! Natürlich kann das meinem Benutzer auch passieren, dass er eine SMS erhält. Ich verfüge auch über die Möglichkeit, mittels eines Zusatzkabels ein Mobiltelefon anschließen zu können. Ich unterstütze derzeit zwei Herstellertypen.

Butzicity:
Das ist ja interessant. Welche sind das denn?
Paddy:
Ich unterstütze die geräte des Herstellers Nokia und Siemens.

Butzicity:
Das heisst, wenn der Benutzer bemerkt, dass er eine Kurzmitteilung erhalten hat, schliesst er Dich an das Telefon an?
Paddy:
Ganz genau. Über ein spezielles Verbindungskabel, das zwischen mich und das Kabel des Herstelers mit der seriellen Schnittstelle angeschlossen wird, ist es mir möglich, dem Benutzer die Meldung vorzulesen.

Butzicity:
Du kannst aber noch mehr vorlesen, oder?
Paddy:
Ja. Ich kann dem Benutzer aber auch die Empfangsstärke des Mobiltelefones mitteilen.

Butzicity:
Das kann ja, grad beim Zugfahren z. B. nützlich sein, wenn ich beispielsweise durch ein Tunnel fahr und mich wundere, warum das Telefon nichts tut.
Paddy:
Ja. Ich kann, und das ist auch sehr nützlich, dem Benutzer aber auch den Akkustand mitteilen.

Butzicity:
Ja, Mensch! Da kannst Du ja richtig viel. Ich hoffe, wir haben da jetzt nichts vergessen.
Paddy:
Das ist nicht schlimm. Es gibt eine Kontaktadresse im Internet, an die sich die Interessenten, die noch Fragen zu mir haben, wenden können.

Butzicity:
Dann sei doch bitte so lieb, und sag uns diese.
Paddy:
Selbstverständlich.
Sie lautet www.c-schwertner.at.
Außerdem gibt es auch noch eine Mailingliste.

Butzicity:
Informationen zur Mailingliste von Paddy gibt's hier:
Paddy Mailingliste

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Webmistress Letzte Änderung am 20.07.2003