Affen, unsere tierischen Verwandten

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Haltung von Primaten als Haustiere

Lebendig, intelligent, unheimlich "menschlich", Affen gehören zu den faszinierendsten Tieren auf unserem Planeten. Deshalb scheinen Affen herrliche Haustiere zu sein. Aber anders als Hunde oder Katzen, haben Affen sich nicht über Tausende von Jahren für das Zusammenleben mit Menschen entwickelt. Affen sind keine domestizierten Haustiere. Sie sind wilde Tiere. Es ist schwierig, zeitintensiv und kostspielig Affen in der Gefangenschaft glücklich und gesund zu halten.

Bevor Sie daran denken einen Affen in Ihr Haus zu holen, informieren Sie sich ausführlich bei Affenhaltern - z.B. bei der Interessengemeinschaft privater Affenhalter - und stellen Sie sich die folgenden Fragen:

Sind Sie sich wirklich sicher, dass Sie einen Affen haben wollen?
Sind Sie bereit, mit einem wilden Tier zu leben?
Können Sie Unordnung akzeptieren?
Ist in Ihrem Land die Affenhaltung zugelassen?
Was geschieht, wenn Ihr Affe heranwächst?
Können Sie mit Angriffen fertig werden - und den scharfen Zähnen?
Können Sie eine artgerechte Unterbringung für die folgenden 20 bis 40 Jahre garantieren?
Haben Sie genügend und den richtigen Platz?
Können Sie sich die Kosten für die artgerechte Haltung eines Affen leisten?
Wer pflegt Ihren Affen, wenn Sie einmal nicht zuhause sind?
Gibt es einen Tierarzt in Ihrer Nähe, der sich mit Primaten auskennt?

1. Sind Sie bereit, mit einem wilden Tier zu leben?

Vergessen Sie nie, dass ein Affe ein wildes Tier ist. Das freundliche Verhalten von Säuglingen ändert sich Säuglingen, wenn diese erwachsen und zum Konkurrenten werden. Dann können sie schon unter Umständen bei geringfügigsten Provokationen angreifen. Die meisten Affen, die Sie im Fernsehen oder bei Vorführungen in der Öffentlichkeit sehen (nicht in zoologische Tiergärten), sind sehr jung. Erwachsene Tiere werden selten außerhalb dieses Rahmens gezeigt. Sogar Handaufgezogene Affen ändern nicht ihr natürliches Verhalten. Die Aufzucht eines Affenbabys ohne das normale Verhältnis zu seiner Mutter und Familiengruppe kann auf Lebenszeit ein neurotisches Verhalten die Folge sein.

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2. Können Sie Unordnung akzeptieren?

Alle Affenhalter teilen eines gemeinsam: zerbrochene Lampen und Haushaltswaren, zerrissene Vorhänge, umgegrabene Gärten - den typischen Geruch nicht zu vergessen. Sie müssen Ihren Affen jede Sekunde beaufsichtigen, die er frei umherläuft. Sogar der kleinste Affe kann einen Schrank öffnen und Behälter z.B. mit Mehl, Zucker und Flüssigkeiten in Sekunden verschütten. Größere Affen können z. B. Kühlschränke und Wasserhähne öffnen, Fenster zerstören, Türen entriegeln sowie Stühle, Tische, Stereoanlagen und Fernsehen umschmeißen. Giftige Substanzen und Medikamente müssen verschlossen aufbewahrt werden. Wenn Sie nicht ständig Urin, Essensrückstände und gelegentliche Diarrhöe entfernen wollen, halten Sie sich keinen Affen. Denken Sie daran, dass bedeutet tägliches säubern und desinfizieren - 365 Tage im Jahr! Affen sind sehr empfindliche Tiere. Sie entleeren ihren Darm sofort, wann immer und gleichgültig wo sie gestört werden. Obwohl bei jungen Affen Toilette-Training erfolgreich sein kann und sie somit Stubenrein sein können, vergessen oder ignorieren sie ihre Ausbildung normalerweise bei erreichen der Geschlechtsreife.

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3. Ist in Ihrem Land die Affenhaltung zugelassen?

Setzen Sie sich mit den für Sie zuständigen Behörden und Ämtern in Verbindung, um die notwendigen Gesetze und Verordnungen für die Haltung von Affen (Primaten) zu erfahren.

Grundlage in Deutschland sind unter anderem folgende Schriften:

Washingtoner Artenschutzabkommen
EU-Artenschutzabkommen
Bundesnaturschutzgesetz
Bundesartenschutzverordnung
Deutsches Tierschutzgesetz.

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4. Was geschieht, wenn Ihr Affe heranwächst?

Junge Affen, wie alle Babys, sind naturgemäß süß. Aber seien Sie auf eine komplette Verhaltensänderung vorbereitet, wenn Ihr Affe die Geschlechtsreife erreicht. Mit zunehmenden Alter werden alle Affen temperamentvoller. Aufsichtspersonen müssen für ihre Stimmungen extrem empfindlich sein, denn Affen greifen sogar ihre Tierpfleger an - häufig ohne VORWARNUNG. Wie Menschen hat jeder Affe eine eigene Persönlichkeit: einige misstrauen Fremden oder Kindern, wenn Familienmitglieder plötzlich ihr Verhalten zu anderen Personen ändern.
Das Kleiden von Babyaffen wie Puppen kann unwiderstehlich sein. Aber wenn sie älter werden, lehnen die meisten Affen es ab, dass sie angezogen werden. Die Anschaffung eines Affen als Stellvertreter für ein Kind kann schnell zur Last werden, wenn sie nicht den Erwartungen entsprechen. Und wenn Sie einen Affen ausbilden möchten, um ihnen Tricks zu lehren, vergessen Sie es ... es sei denn, Sie sind ein professioneller Tiertrainer. Sogar Tiertrainer ersetzen ihre Affen, sobald sie die Geschlechtsreife erreichen und gefährlich werden können.

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5. Können Sie mit Angriffen fertig werden - und den scharfen Zähnen?

Egal was Sie gehört haben, alle Affen beißen. Beißen eines Affen ist der Ausdruck von Wut oder Ärger. Bestrafung wird normalerweise als Drohung aufgenommen und kann ernste Konsequenzen für Sie haben. Entgegen dem allgemeinen Glauben, hat das Entfernen der Eierstöcke oder das Kastrieren Ihres Affen wenig oder keinen Einfluss auf das Beißverhalten. Ebenfalls ist die Entfernung von Zähnen nicht nur schädlich und grausam, es mindert nicht die Gefahr: ein zahnloser Affe kann immer noch schmerzlichvolle Verletzungen verursachen.>/b> Für den Schutz von beiden - Affe und Mensch - müssen Sie den Kontakt Ihres Affen zu allen Fremden unterbinden - das schließt Freunde Ihrer Kinder, Nachbarn und Verwandte mit ein. In vielen Ländern töten Gesundheitsämter einen Affen, der gebissen hat, um ihn auf Tollwut zu testen. Sie sollten auch in eine entsprechende Haftpflichtversicherung investieren. Leute, die gebissen wurden, können Sie auf Schadensersatz und Schmerzensgeld verklagen.

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6. Können Sie eine artgerechte Unterbringung für die folgenden 20 bis 40 Jahre garantieren?

Affen passen sich nicht besonders gut neuen Situationen an - besonders bei Geburt eines Kindes oder ein neuer Lebenspartner. Wenn Sie noch jung sind, fragen Sie sich, was mit Ihrem Affen geschieht, wenn Sie älter werden und sich Ihre Interessen evtl. ändern. Wer kümmert sich dann um den Affen, wenn Sie für Ihre Ausbildung oder zukünftigen Job Ihren Wohnort wechseln müssen? Es ist nie einfach, ein neues Haus für einen erwachsenen Affen zu finden, denn sie haben keinen Weiterverkaufswert, sobald sie aus ihrem Säuglingscharme herausgewachsen sind. Erinnern Sie sich, Ihre Verantwortung zum Affen verschwindet nicht, wenn sich Ihr Lebensstil ändert.

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7. Haben Sie genügend und den richtigen Platz?

Wenn Sie nicht ausreichend Platz für einen Affen haben, kaufen Sie sich keinen. Affen benötigen reichlich Raum (drinnen und draußen) für Auslauf und einem kleinen Schlafbereich (Schlafnest). Affen werden leicht depressiv, wenn sie nicht genügend geistige und körperliche Anregung erhalten.
Das Klima für einen Affen muss warm und trocken sein. Affen mögen Sonnenbäder für kurze Zeit zur Produktion von Vitamin D. Wenn dies nicht möglich ist, muss Vitamin D mit dem Futter zur Verfügung gestellt werden.

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8. Können Sie sich die Kosten für die artgerechte Haltung eines Affen leisten?

Wenn Sie es sich nicht finanziell leisten können einen Affen richtig zu ernähren, dann lassen Sie es sein. Affen können nicht nur von Erdnüssen und Bananen alleine leben. Einige Arten benötigen eine besondere Diät und alle Affen benötigen eine gute ausgeglichene Grundernährung, die durch viel Frischgemüse, Früchte, Vitamine und lebende Insekten ergänzt werden sollte.

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9. Wer pflegt Ihren Affen, wenn Sie nicht zuhause sind?

Wenn Sie gerne Ferien machen, kaufen Sie keinen Affen. Affen mögen die Routine und vertraute Umgebung. Sie sind keine guten Reisebegleiter.
Wird ein Affe jeden Tag für längere Zeit allein gelassen, kann er psychisch leiden und anormales Verhalten entwickeln. Vertraute Personen sollten sich um Ihren Affen kümmern, wenn Sie längere Zeit abwesend sind. Diese Personen sollten sich mit der Ernährung Ihres Affen auskennen.

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10. Gibt es einen Tierarzt in Ihrer Nähe, der sich mit Primaten auskennt?

Viele Tierärzte wissen sehr wenig über Affen und einige nehmen Affen nicht als Patienten an. Oft müssen Sie längere Strecken in Kauf nehmen, um Ihren Affen die notwendige medizinische Routinebehandlung zukommen zu lassen. Bevor Sie einen Affen ins Haus holen, seien Sie sich eines kompetenten Tierarztes in Ihrer Nähe sicher. Affen können auch permanente Träger von ernsten Krankheit wie z. B. Tuberkulose und Herpes sein.

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(Copyright 1999-2002 bei Frank Preiß)

Bedrohungen der Primaten

"Nehmen wir an, wir stießen bei einer unserer Weltraummissionen tatsächlich einmal auf intelligente Wesen - Wesen, deren genetischer Code mit dem unseren zu mehr als 98 Prozent identisch ist. Wie viel Geld würden wir wohl ausgeben, um sie zu erforschen? Es gibt solche Wesen. Sie leben auf der Erde, und wir lassen es zu, dass sie für immer ausgelöscht werden."
Irven DeVore, Pionier der Freilandforschung an Primaten
(zitiert bei Andreas Paul, 1998)

Kein Zweifel, es steht nicht gut um die Überlebenschancen unsere nächsten Verwandten. Alle Primatenarten sind in ihrer Existenz in unterschiedlichem Maße durch den Menschen bedroht!
Die Menschheit bemerkt gar nicht, dass einzelne Primatenarten einfach aussterben, noch macht es sie in irgend einer Weise betroffen. Es ist erschreckend wie wenig Menschen sich darüber Gedanken machen und wie wenig Geld für die Erhaltung der Primaten zur Verfügung steht. So mag das Verschwinden der Primaten nicht viel mehr ein ästhetisches und ein ethisches Problem sein. Aber können wir uns angesichts der bedrückenden Probleme, vor denen die Menschheit steht, Sentimentalitäten dieser Art leisten? - JA !!! - Der globale Artentod ist eines der bedrückendsten Probleme, mit denen sich die Menschheit heute konfrontiert ist, und Primaten können ebenso wie Pandabären und Buckelwale als "Flagschiffarten" eine breite Öffentlichkeit für die Interessen des Arten- und Naturschutzes mobilisieren und damit sie vor dem Untergang bewahren.
(Text nach Andreas Paul, 1998)

(Copyright 1999-2002 bei Frank Preiß)

Weitere Informationen finden sich bei
www.primatis.de
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Webmistress Letzte Änderung am 12.10.2003